Ovid: Metamorphosen 5-20

Ovid, Buch I: Metamorphosen 5-20 (Deutsche Übersetzung) – Die Weltentstehung

Lateinischer TextÜbersetzung
(5) Ante mare et terras et quod tegit omnia caelum unus erat toto naturae vultus in orbe quem dixere chaos: rudis indigestaque moles nec quicquam nisi pondus iners congestaque eodem non bene iunctarum discordia semina rerum.Bevor es Meer und Landmassen und den Himmel, welcher alles bedeckt, gab, bot der ganze Weltkreis ein einziges Antlitz der Natur, welches man Chaos nennt – eine ungeordnete, gestaltlose Masse – nichts als regungslose Schwere, widerstrebende Grundstoffe kaum mit ihr verbundener Dinge.
(10) nullus adhuc mundo praebebat lumina Titan nec nova crescendo reparabat cornua Phoebe nec circumfuso pendebat in aere Tellus ponderibus librata suis. nec bracchia longo margine terrarum porrexerat Amphitrite.Noch kein Titan hatte der Welt das Licht des Tages geschenkt, auch erneuerte Phoebe ihre Hörner noch nicht, indem sie sie immer wieder zunehmen ließ; keine Erde schwebte in der Atmosphäre, die sie umgab, befreit von ihrem Gewicht. Noch streckte Amphitrite ihre Arme nicht um den weiten Rand der Länder;
(15) utque erat et tellus illic et pontus et aer sic erat instabilis tellus innabilis unda lucis egens aer. nulli sua forma manebat obstabatque aliis aliud, quia corpore in uno frigida pugnabant calidis, umentia siccis, mollia cum duris sine pondere habentia pondus.und wenn dort auch Erde, Meer und Luft vorhanden waren, so war doch die Erde zu schwankend, um auf ihr zu stehen, die Woge nicht durch Schwimmen zu durchqueren, die Luft ohne Licht. Nichts behielt seine Gestalt, eins stand dem anderen im Weg, weil in einem Körper Kälte und Hitze miteinander kämpften, Feuchtigkeit und Trockenheit, Weiches und Hartes, Schwereloses und Schweres.

 

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Ovid: Metamorphosen 5-20
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