Ovid: Metamorphosen 151-162

Ovid, Buch I: Metamorphosen 151-162 (Deutsche Übersetzung) – Die Giganten

Lateinischer TextÜbersetzung
(151) Neve foret terris securior arduus aether,
adfectasse ferunt regnum caeleste gigantas
altaque congestos struxisse ad sidera montis.
Man berichtet, Giganten haben nach dem himmlischen Reich gestrebt und hohe zusammengesuchte Berge bis zu den Sternen aufgetürmt. Damit auch der Äther hoch oben nicht ohne Sorgen sei.
(154) tum pater omnipotens misso perfregit Olympum

fulmine et excussit subiecto Pelion Ossae.
obruta mole sua cum corpora dira iacerent,
perfusam multo natorum sanguine Terram
immaduisse ferunt calidumque animasse cruorem
et, ne nulla suae stirpis monimenta manerent,

Damals zerschmetterte der allmächtige Vater den Olymp mit einem geschleuderten Blitz und warf den Pelion vom darunterliegenden Ossa (Pelion und Ossa: Berge in Thessalien in der Nähe des Olymp).

Verschüttet von ihrem Bauwerk lagen die gräßlichen Leiber; es heißt, Mutter Erde sei, vom vielen Blut ihrer Kinder durchtränkt, nass geworden. Sie habe dann das noch warme Blut mit Leben erfüllt und es in die Gestalt von Menschen umgewandelt, damit das Andenken an ihre Nachkommenschaft nicht völlig unterginge.

(160) in faciem vertisse hominum; sed et illa propago
contemptrix superum saevaeque avidissima caedis
et violenta fuit: scires e sanguine natos.
Aber auch jene Brut verachtete die Himmlischen, lechzte nach brutalem Mord und war gewalttätig; schließlich war sie aus Blut hervorgegangen.

 

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