Ovid: Metamorphosen 21-42

Ovid, Buch I: Metamorphosen 21-42 (Deutsche Übersetzung) – Die Weltentstehung

Lateinischer TextÜbersetzung
(21) Hanc deus et melior litem natura diremit.

nam caelo terras et terris abscidit undas

et liquidum spisso secrevit ab aere caelum.

quae postquam evolvit caecoque exemit acervo,

dissociata locis concordi pace ligavit:

Diesen Streit schlichtete ein Gott und die bessere Natur: vom Himmel nämlich trennte er die Erde, vom Festland das Wasser, und von der dicken Luft schied er den ungetrübten Himmel. Nachdem er diesen herausgeholfen und aus dem zwecklosen Haufen befreit hatte, verband er in einträchtigem Frieden, was auf (verschiedene) Stellen verteilt war.
(26) ignea convexi vis et sine pondere caeli

emicuit summaque locum sibi fecit in arce;

proximus est aer illi levitate locoque;

densior his tellus elementaque grandia traxit

et pressa est gravitate sua; circumfluus umor

ultima possedit solidumque coercuit orbem.

Die feurige Masse des gewölbten und schwerelosen Himmels schoß hoch empor und bereitete sich einen Wohnort am höchsten Punkt des Bogens. Jenem am nächsten stehend an Leichtigkeit und Aufenthalt ist die Luft; dichter als diese (beiden) zieht die Erde die großen Urstoffe an, niedergedrückt durch ihre Schwere; das umfließende Meer behielt den äußeren Rand und umschloß den festen Erdkreis.
(32) Sic ubi dispositam quisquis fuit ille deorum

congeriem secuit sectamque in membra coegit,

principio terram, ne non aequalis ab omni

parte foret, magni speciem glomeravit in orbis.

tum freta diffundi rapidisque tumescere ventis

iussit et ambitae circumdare litora terrae;

Sobald jener, welcher der Götter es auch immer war, die wohlgeordnete Masse getrennt und das Getrennte in Elemente eingeteilt hatte, ballte er so zunächst die Erde zu einer Kugel zusammen, damit sie von jeder Seite gleich sei. Damals befahl er, daß sich die Meere ausbreiten und durch schnelle Winde aufbrausen und die Küsten des umspülten Festlandes zu umgeben.
(38) addidit et fontes et stagna inmensa lacusque

fluminaque obliquis cinxit declivia ripis,

quae, diversa locis, partim sorbentur ab ipsa,

in mare perveniunt partim campoque recepta

liberioris aquae pro ripis litora pulsant.

Auch Quellen fügte er hinzu und riesige Teiche und Seen. Herabfließende Flüsse umgab er mit gewundenen Ufern, welche teils an verschiedenen Orten von ihr (der Erde) aufgesogen werden, teils ins Meer fließen und – nachdem sie von der freieren Wasserfläche aufgenommen wurden – an Küsten anstatt an Flußufer schlagen.

 

Fehler melden

Ovid: Metamorphosen 21-42
Nach oben scrollen